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German Masters 2015

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Splitter zu den GM:

 

Zur Siegerehrung im Freistilturnier hat es sich einen Tag vor der Wahl der Landrat und Kreissportbundpräsident des Erzgebirgskreises, Frank Vogel, nicht nehmen lassen, den Gewinnern und Platzierten persönlich zu gratulieren.

 

Nach dem Turnier der Griechisch-römisch-Spezialisten war Marketingleiter Jens Römling von der Erzgebirgssparkasse dabei. Er hatte nicht nur eine stattliche Sponsorsumme im Gepäck, sondern auch fünf Unikate: Für die besten Kämpfer gab es ein im Handel nicht erhältliches Olympiabuch von London 2012 mit den Originalunterschriften der Kugelstoßgrößen David Storl und Christina Schwanitz.

 

Neben Veranstaltungs-T-Shirts in mehreren Farben gab es im Strumpfwirkerdorf Gelenau eigens für die German Masters gestrickte Socken. Die erhielten nicht nur die Sieger als Präsent, sondern sie konnten auch im Fanshop gekauft werden.

 

Zu Tränen gerührt war Gelenaus scheidender Bürgermeister Reinhard Penzis, als er für seine Verdienste um den Sport in der Erzgebirgsgemeinde durch den RSK „Jugendkraft 1898“ Gelenau geehrt und  in den verdienten Ruhestand verabschiedet wurde. Er trat zur Wahl, die  einen Tag nach der German Masters stattfand, nicht wieder an.

 

Als „perfekt organisiert“ lobten viel Teilnehmer und Gäste das Turnier. Beispielsweise sind mehr als 300 personalisierte Startkarten für jeden einzelnen Ringer, Betreuer und Helfer gedruckt worden, gab es an jeder Matte einen Videoschirm mit dem aktuellen Kampfstand, mehrere Verpflegungsstellen ...

 

Mehr als 400 Leute waren pro Tag in der Halle. Sie haben laut Organisationschef Sven Spielmann etwa 700 Liter Bier getrunken sowie 50 Meter Schaschlik und 100 Meter Bratburst vertilgt.

Genau 342 Kämpfe (215 griechisch, 127 frei) waren nötig, bevor die Sieger feststanden. Allein die 134 Teilnehmer im Griechisch-Turnier kamen aus 68 Vereinen, darunter waren 25 aus dem Osten, die genau die Hälfte der Starter nach Gelenau geschickt hatten (67). Im freien Stil traten 102 Teilnehmer auf die Matte.

 

Nicht in den Griff zu bekommen waren die extrem hohen und schwülen Temperaturen im Sportareal „Erzgebirgsblick“. Die gewaltige Hitze am ersten Juniwochenende verlangte von den Aktiven, aber auch von den Helfern zusätzlich eine Menge Energie.

Ältester Starter war Dieter Heuer. Er ist 72 Jahre alt. Als er 1974 - also vor 41 Jahren - in Madrid Vize-Europameister im klassischen Stil geworden ist, waren viele der Anwesenden noch nicht einmal geboren. Der "Recke", so sein Spitzname, verletzte sich leider an der Schulter, wurde aber von DRB-Arzt Christian Klotz aus Gelenau sofort bestens versorgt.

Für die besten Ringer hat es neben Medaillen auch Ehrenpreise gegeben, beispielsweise ein Olympia-Buch mit Autogrammen der Kugelstoßer Christina Schwanitz und David Storl, erzgebirgische Räuchermännchen und extra angefertigte, heiß begehrte Gelenauer Socken.

Thalheims Thomas Berger reiste direkt nach der Meisterschaft wieder zurück nach Berlin. Dort nahm er am folgenden Tag am berühmten Hochhaus-Treppenlauf teil - in voller Montur als Feuerwehr-Brandmeister.

 

Als beste Kämpfer ihrer Altersklassen wurden geehrt:
Griechisch-römisch:

AK E – Matthias Pilz (RSK Gelenau)
AK D – Andreas Spatschke  (RSC Marktleugast)
AK C – Mike Hartmann (RV Haibach)
AK B – Ricky Selle (KFC Leipzig)
AK A – Alexander Jakuschew (ASV Bauknecht Schorndorf)

Freistil:

AK E – Bernd Radestock (KSC Apolda)

AK D – Harri Schuhmacher (ASV Schwäbisch-Hall)

AK C – Stefan Bittmann (KSC Apolda)

AK B – Levon Asatrjan (SC Roland Hamburg)

AK A – Martin Buhz (PSV Rostock)

 

 

 

Veröffentlichung der Freien Presse, Erzgebirgssport vom 08.06.15:

 

Oldies gehören nicht zum alten Eisen

Zwei Tage lang ist es in Gelenau bei der deutschen Meisterschaft für Ü-35-Ringkämpfer zur Sache gegangen. Bei der 18. Auflage der sogenannten German Masters gab es zahlreiche Medaillen für die Vertreter aus dem Erzgebirge.

Gelenau. Schon am Freitag, als das German-Masters-Turnier mit den Wettbewerben im griechisch-römischen Stil eröffnet wurde, gab es im Gelenauer Sportareal "Erzgebirgsblick" viele spannende Duelle und beeindruckende Techniken zu bestaunen. Viele der knapp 400 Zuschauer jubelten bei der deutschen Ü-35-Meisterschaft vor allem den Ringern aus dem Erzgebirge zu. Das war zum Beispiel beim Gelenauer Mathias Pilz der Fall, der in der Altersklasse E (ab 55 Jahre) bis 69 Kilogramm Bronze gewann.

Bei hochsommerlichen Temperaturen trotzten die Oldies der Hitze in der Halle. Es zeigte sich, dass sich die Lokalmatadoren nicht umsonst monatelang vorbereitet hatten. Zudem wurden Techniken gezeigt, die nur noch selten zu sehen sind - wie der Abklemmer aus dem Stand. Dass es auch hart zur Sache ging, bekam Heiko Höfer (SV Auerbach) zu spüren. Er wurde in der AK C (45 bis 49 Jahre, 97 kg) sowohl im freien als auch im klassischen Stil Dritter. Im kleinen Finale des griechisch-römischen Wettbewerbs stand ihm Rolf Schuldzig gegenüber. Nach unfairen Aktionen wurde der Heißsporn aus Nordbaden mit der roten Karte von der Matte geschickt.

Kampflos zu Gold kam Thalheims Thomas Berger in der AK B (40 bis 44 Jahre, Freistil, 63 kg). Er absolvierte jedoch zwei Freundschaftsvergleiche - so auch gegen Daniel Franke. Der Lokalmatador vom gastgebenden RSK Gelenau war zuvor souveräner Meister in der AK A (35 bis 39 Jahre) in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm geworden. Der RV Eichenkranz Lugau war auf dem Podest unter anderem durch Jan Nagel (AK C, 63 kg) vertreten, der zweimal Silber erkämpfte.

Jens Blachut (AK A, 85 kg) ließ dem Silber im klassischen Stil am Samstag den Freistil-Titel folgen. Insgesamt trugen die 105 Teilnehmer am zweiten Tag 127 Duelle aus. Chef-Organisator Sven Spielmann zog ein positives Fazit: "Ich denke, es waren perfekte Wettkämpfe mit super Stimmung." Besonders bei der Abendveranstaltung am Freitag wurde bis tief in die Nacht viel über alte Ringkampf-Zeiten geplaudert.

 

Im Turnier der German Masters in Gelenau ist der älteste Teilnehmer 72 Jahre alt gewesen

Er stammt aus Luckenwalde, ist 72 Jahre und heißt Dieter Heuer - der älteste Teilnehmer im German-Masters-Turnier in Gelenau. Als er 1974 - also vor 41 Jahren - in Madrid Vize-Europameister im klassischen Stil wurde, waren viele der Anwesenden noch nicht einmal geboren. Der "Recke", so sein Spitzname, verletzte sich an der Schulter. Allerdings wurde er von DRB-Arzt Christian Klotz aus Gelenau sofort hervorragend versorgt.

Für die besten Ringer hat es neben Medaillen auch Ehrenpreise gegeben, beispielsweise ein Olympia-Buch mit Autogrammen der Kugelstoßer Christina Schwanitz und David Storl, erzgebirgische Räuchermännchen und extra angefertigte, heiß begehrte Gelenauer Socken.

Thalheims Thomas Berger reiste direkt nach der Meisterschaft wieder zurück nach Berlin. Dort nahm er am folgenden Tag am berühmten Hochhaus-Treppenlauf teil - in voller Montur als Feuerwehr-Brandmeister.

Podestplätze der Starter aus der Region - Klassik, Altersklasse A (35 - 39), 58 kg: 1. Pierre Vierling (Aue). 63 kg: 1. Daniel Franke (Gelenau). 85 kg: 2. Jens Blachut (Lugau). 130 kg: 1. Nico Schmidt (Aue). Altersklasse B (40 - 44), 63 kg: 1. Thomas Berger. 85 kg: 3. Sven Zimmermann (beide Thalheim). 97 kg: 3. Ralf Krügel (Lugau). Altersklasse C (45 - 49): 63 kg: 2. Jan Nagel (Lugau). 85 kg: 3. Michael Mehner (Gelenau). 97 kg: 3. Heiko Höfer (Auerbach). Altersklasse E (ü 55):

69 kg: 3. Mathias Pilz (Gelenau). 76 kg: 1. Andreas Füseler (Lugau). 97 kg: 2. Rüdiger Möhring (Thalheim).

Freistil, AK A, 58 kg: 3. Pierre Vierling (Aue). 63 kg: 1. Sven Bachmann (Thalheim). 85 kg: 1. Jens Blachut (Lugau). AK B, 85 kg: 2. Sven Zimmermann (Thalheim). 97 kg: 3. Ralf Krügel (Lugau). AK C, 63 kg: 2. Jan Nagel (Lugau). 97 kg: 3. Heiko Höfer (Auerbach). AK D (50 - 54 ): 85 kg: 3. Jens Hübner (Zschopau). AK E: 69 kg: 2. Wolfgang Stemmler (Aue). 97 kg: 1. Rüdiger Möhring (Thalheim).

 

Interview

"Seit 1998 jedes Jahr dabei"

Dieter Zinke hat seit den ersten Masters 1998 keine Oldie-Meisterschaft ausgelassen. Michael Thriemer sprach mit dem 68-jährigen Medaillengewinner.

Freie Presse: Wie hat es Ihnen gefallen?

Dieter Zinke: Eine prima Veranstaltung. Sehr gut organisiert. Ich staune über die vielen emsigen Helfer, das habe ich so noch nicht erlebt.

Wie kamen Sie zum Ringkampf?

Angefangen habe ich 1961 mit 13 Jahren bei der BSG Chemie Wallhausen nahe Sangerhausen in Thüringen. Ich war damals in der neuen Sektion Ringen als einer der ersten dabei.

Wie ging es weiter?

Später habe ich an der DHfK in Leipzig ein Diplomsportlehrer-Studium absolviert und wurde auch Trainer. 1971 ging ich zum DTSB im Kreis und zu Buna Schkopau. In den Wirren der Wendezeit hat man 1991 die dortige Turnhalle einfach abgerissen. Wir Ringer standen plötzlich auf der Straße. Aber es musste ja weitergehen. Schkopau und Merseburg gingen zusammen. Dort bin ich bis heute dabei.

Wie haben Sie sich auf die German Masters vorbereitet?

Ich versuche, einen gesunden Lebensstil zu praktizieren. Dazu gehört, zwei-, dreimal die Woche Prellball zu spielen. Ab und zu mache ich auch noch Training auf der Matte. Eine spezielle Vorbereitung ist das aber nicht.

Wie kam es dazu, dass Sie bei den German Masters seit Anfang an dabei sind?

Da muss ich meinem Kumpel Eberhard Probst aus Halle danken. Er hatte die Ausschreibung für die Premiere 1998 in Baienfurt erhalten und mich gefragt, ob ich mitfahren will. Bis heute bin ich dabei geblieben. Ich habe sogar an den Veteranen-Weltmeisterschaften 1999 in Bukarest und 2000 in Freiburg teilgenommen.

Was könnte bei den Masters noch verbessert werden?

Ein, zwei Altersklassen mehr wären schön. Ich bin jetzt 68 und treffe in der Klasse E auf Gegner, die bis zu 13 Jahren jünger sind. So auch in Gelenau. Michael Reinhardt ist ja erst 55, wurde zudem gerade erst deutscher Meister im Judo.

Welche sportlichen Ziele setzen Sie sich noch in Ihrem Alter?

Wenn es meine Gesundheit zulässt, würde ich gerne 20 Teilnahmen an den German Masters schaffen. Das könnte ein Doppel-Jubiläum geben - schließlich würde ich bei den 20. Masters dann 70 Jahre alt sein.