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2018!   120 Jahre Ringen in Gelenau!

 

+++Termine Meisterschaften+++

 

Die German Masters 2018 in Gelenau sind Geschichte.

Die Fotos nicht.
Galerie German Masters 2018

oder hier

www.heikoneubert.de/gm18

 

Zum PDF Bulletin German Masters 2018 hier klicken.

 

 

Bericht aus der Freien Presse:

 

Auf Männerschweiß folgt Erdbeertorte

Deutschlands Veteranen haben in Gelenau ihre Meister ermittelt. Dabei lobte der Ringerverband zwei Trios aus Erzgebirgsvereinen. Auch sonst gab es eine Menge Beifall.

Von der Startkartenausgabe bis zur Siegerehrung lief alles wie am Schnürchen. „Nahezu verletzungsfrei. Ich glaube, nicht mal ein Bierbecher ist umgekippt“, sagte Sven Spielmann. Der Organisationsleiter der German Masters durfte zurecht stolz sein. Denn Joachim Kühn war ebenso des Lobes voll: „Vorbildlich ausgestaltete Wettkampfstätte, feierliche Eröffnung, Siegerehrungen in erzgebirgischem Ambiente, große Emotionen, hochkarätige Ehrengäste, viele Zuschauer und toller Ringkampfsport“, geriet der Präsident des Ringer-Verbandes Sachsen geradezu ins Schwärmen.

Kein Wunder, gaben doch die bis zu 60 Jahre alten Athleten dafür genügend Anlass. Denn trotz der Schwüle holten sie das Letzte aus ihren nach wie gestählten Körpern heraus. Dass ein Einheimischer das Publikum dabei oft zum Jubeln brachte, war das I-Tüpfelchen auf die nationale Veteranenmeisterschaft mit 193 Ringkämpfern, die sich an zwei Tagen auf den drei Matten nichts schenkten. Daniel Franke begeisterte alle mit seinem Aktionsfeuerwerk. Der 38-Jährige vom RSK Gelenau erzielte sensationell anmutende 68:4 Wertungspunkte, dominierte in beiden Stilarten und gewann seine 7 Kämpfe allesamt vorzeitig. „Bei Masters waren es für mich die Goldmedaillen 7 und 8“, so der „Überflieger“, der zudem als bester Ringer gesondert geehrt wurde. Im Verbund mit Michael Mehner (Silber, Bronze) und Falko Stöckel (Bronze) schafften es das Gastgeber-Trio damit auf Platz 4 der Vereins- und mit den anderen Sachsen auf Rang 3 der Länderwertung. Denn Pierre Vierling aus Aue mit Gold und Silber und vor allem das Trio des RV Lugau blickte ebenfalls zufrieden drein. Jan Nagel mit zwei Siegen, Jens Blachut mit zweimal Silber und Jens Günther mit Bronze schrieben am Punktek0nto des Freistaates kräftig mit. „Ziel erfüllt“, kann Trainer Jan Peprny auf die strahlend orangefarbenen und eigens für die German Masters angefertigten Kapuzenshirts des „Wrestling Teams Lugau“ drucken.

Eine Unmenge Episoden gibt es zu erzählen, wenn Generationen an Ringkämpfern vereint sind. Etwa die von Ralf Lenz aus Rostock, der bei German Masters die Titel 21 und 22 unter den staunenden Blicken seines Enkels gewann. Oder die von Dieter Zinke, der in Wallhausen begonnen, seit dem Start 1998 an allen Veteranenmeisterschaften teilgenommen, nun aber wegen seines zu hohen Alters kein Startrecht mehr hatte. „Schade, ich hätte gern 20-mal die German Masters bestritten, aber der DRB erteilt mir keine Sonderstarterlaubnis“, so der 70-Jährige aus Merseburg. Oder die des Auers Frank Lenk, der wegen der Querelen zwischen Ringer-Bund und Ringer-Liga nicht in Gelenau pfeifen durfte, vom sächsischen Verband aber für seinen 1000. Einsatz als Kampfrichter ausgezeichnet wurde.

Und noch eine kleine Geschichte hatten die beiden Tage zu bieten. Denn während Daniel Franke den Kampf mit der Nummer 1 bestreiten durfte, stand Mike Hartmann mit Nummer 276 im drittletzten Duell auf der Matte. Der Mann vom RV Felsenfest Haibach hatte als Kind in Gelenau begonnen, war 1984 an die Kinder- und Jugendsportschule in Zella-Mehlis gewechselt und von dort in der Wendezeit nach Hessen „abgeworben“ worden. „Du kriegst Job und Wohnung, dafür musst du für uns ringen, hieß es damals“, so Hartmann. Doch einen Titel gewann er erst jetzt in seiner alten Heimat: „Ich war zwar DDR-Vize der Jugend und BRD-Dritter bei den Männern, aber noch nie Veteranenmeister im Greco-Stil“, so der 48-Jährige. Der Lohn noch in der Halle: Eine Erdbeertorte von der Schwester.

 

Resultate der Erzgebirger

Freier Stil

A - 62 kg: 1. Daniel Franke (RSK Gelenau)

B - 62 kg: 1. Pierre Vierling (FCE Aue)

C - 62 kg: 1. Jan Nagel (RV Lugau)

A - 88 kg: 2. Jens Blachut (RV Lugau)

D - 88 kg: 3. Michael Mehner, 5. Falko Stöckel (beide RSK Gelenau)

Griechisch-römischer Stil

A - 62 kg: 1. Daniel Franke (RSK Gelenau)

B - 62 kg: 2. Pierre Vierling (FCE Aue)

C - 62 kg: 1. Jan Nagel (RV Lugau)

A - 88 kg: 2. Jens Blachut (RV Lugau)

D - 88 kg: 2. Michael Mehner, 3. Falko Stöckel (beide RSK Gelenau)

Bester Kämpfer des Turniers: Daniel Franke (RSK Gelenau)

Länderwertung: 1. Nordrhein-W. 64 Punkte/26 Teilnehmer, 2. Hessen 63/19, 3. Sachsen 58/24

Vereinswertung: 1. Essen-Dellwig 33 Punkte/ 15 Teilnehmer, 2. RSV Greiz 25/8, 3. PSV Rostock 22/7, 4. RSK Gelenau 22/6, 7. RV Lugau 14/16, 37. Aue 4/2

A = 35 – 40 Jahre, Jg. 1978 – 1983; B = 41 – 45 Jahre, Jg. 1973 – 1977; C = 46 – 50 Jahre, Jg. 1968 – 1972; D = 51 – 55 Jahre, Jg. 1963 – 1967; E =56 – 60 Jahre, Jg. 1958 – 1962

 

Interview mit DRB-Delegiertem

Klaus Riesterer, Präsidiumsmitglied des Deutschen Ringer-Bundes, beobachtete die Tage in Gelenau. Den Schwarzwälder hat Thomas Schmidt befragt.

 

Freie Presse: Herr Riesterer, wie sehen Sie die Ringer-Veteranen?

Klaus Riesterer: Als sehr gut. Fast alle sind hervorragend vorbereitet. Was die Männer noch draufhaben, ist beachtlich.

 

Trotzdem gucken einige betrübt, weil sie nicht durften. Warum?

Weil die Über-60-Jährigen nicht mehr auf die Matte dürfen.

 

Wieso?

Es war keine sportpolitische Entscheidung des DRB, sondern wir sind der Empfehlung der Ärztekommission gefolgt. Im höheren Alter lassen Funktionen nach, etwa die Reaktionsfähigkeit. Wir wollen aber keine unnötig Verletzten, außerdem dünnen die Startefelder mit zunehmendem Alter immer weiter aus.

 

Was fällt Ihnen ansonsten auf, gibt es Besonderes?

Ja, die vielen fleißigen Helfer in ihren schicken grünen Hemden. So viele würde ich mir bei uns daheim in Freiburg auch wünschen.

 

Heißt das, in Gelenau passt alles?

In jedem Fall, zwei Worte genügen: perfekt organisiert!

 

Splitter / Stimmen / Hintergründe

Gänsehaut: Zum Einmarsch der Landesverbände und vor den Siegerehrungen ertönte jeweils das Steigerlied in der Halle, zudem begleiteten echte Bergmänner des Ehrenfriedersdorfer Reviers die Ringer zum Siegerpodest. Manchem bescherte dies genauso einen schauernden Rücken wie zu Beginn der German Masters die deutsche Nationalhymne.

 

Ehrungen: Die Kampfrichter Frank Lenk aus Aue und Uwe Richter aus Taucha erhielten für ihren 1000. beziehungsweise 750. Einsatz Ehrengeschenke. „Pfeifen durften wir in Gelenau aber nicht, weil wir wegen unserer Einsätze in der DRL bei Wettkämpfen unter Regie des DRB gesperrt sind“, so Lenk.

 

 

Fleißige Bienen: Rund 50 Helfer waren an den beiden Wettkampftagen sowie beim Auf- und Abbau der Halle im Einsatz. Von der Verpflegung im Außenbereich bis zur den technischen Dingen an der Matte klappte alles.

 

Erlebnisland: Für das „Erlebnisland Gelenau“ warb während der Eröffnung Bürgermeister Knut Schreiter. Von Erlebnisfreibad über Strumpfmuseum, Kino, Tiergehege bis zu Aussichtsturm, Lehrpfad und Sommerrodelbahn gibt es in der Erzgebirgsgemeinde in der Tat eine Menge zu erleben.

 

Stolzer Landrat: Stolz auf den Sport im Erzgebirgskreis mit rund 470 Vereinen und mehr als 50.000 Mitgliedern ist Landrat Frank Vogel, zugleich Präsident des Kreissportbundes. „Eine dominierende Rolle spielen dabei die Ringer. So wie die aus Gelenau, die bereits das zweite Mal die Deutsche Meisterschaft der Veteranen ausrichten“, sagte er vor den Teilnehmern.

 

Gastgeschenke: Dass Ringer in Gelenau willkommen sind, zeigte nicht nur der Aufwand in der Organisation. Nein, als Erinnerung gab es schicke T-Shirts zu kaufen. Noch besser: Jeder Teilnehmer erhielt als Gastgeschenk aus dem Ringer- und Strumpfwirkerdorf ein paar eigens für die German Masters angefertigte Socken. Übrigens hatte die 1901 gegründete Weltstrumpfmarke „ERGEE“ ihre Wurzeln in der Gemeinde: Ergee = Edwin Rössler, GElenau / Erzgebirge

 

 

Kinder voran: Dass der gastgebende Ring- und Stemmklub „Jugendkraft 1898“ Gelenau auch die Nachwuchsarbeit nicht vernachlässigt, war bereits beim Einmarsch ersichtlich. So liefen die RSK-Kids mit Schildern vor jeder Landesorganisation ins Sportareal Erzgebirgsblick ein.

 

Puppenspieler „ferngesteuert“: Frank Hübner, einst selbst Ringer in Gelenau und später an der Kinder- und Jugendsportschule in Zella-Mehlis, kam an Gehhilfen. Der Mann der jetzt als bekannter Puppenspieler (www.gelenauer-marionettenspiele.de ) die Fäden an seinen Figuren zieht, hatte sich eine neue Hüfte einbauen lassen. Sein Sohn Martin stellte mit seinem Veranstaltungsservice übrigens die Technik für die Hallensprechanlage zu Verfügung.

 

Hingucker: In schmuckem Orange liefen die Eichenkranz-Ringer ein. Sie hatten extra Kapuzenshirts anfertigen lassen, die farblich herausstachen, und mit „German Masters - Wrestling Team Lugau“ bedruckt waren. Schick!

 

Salto und Flickflack: Dass sie auch nach kräftezehrenden Kämpfen noch Kraft zur Show hatten, bewiesen zwei der Erfolgreichen. Stefan Bittmann vom KSC Apolda legte einen Salto rückwärts aus dem Stand hin, Daniel Franke vom RSK Gelenau begeisterte mit einem schönen gestreckten Flickflack.

 

22 Titel: Der Rostocker Ralf Lenz gewann in Gelenau die GM-Titel 21 und 22. Darüber staunte sein Enkel nicht schlecht.

 

Prominenz an der Matte: Gesichtet wurden in Gelenau unter anderem der aus Gelenau stammende Ex-Europameister von 1972 in Katowice Jürgen Hähnel, der Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von 1976 in Montreal Karl-Heinz Helbing, Ex-Veteranenweltmeister Andreas Gorke aus Leipzig, der mehrfache EM- und WM-Medaillengewinner sowie ehemalige Spitzenkampfrichter Eberhard Probst aus Halle, Seriensieger Dieter Zinke aus Merseburg und viele mehr.

 

Ringer-Burger: Verpflegungschef Lutz Finsterbusch und seine Gattin Viktoria hatten sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Neben frischen Schaschliks gab es deshalb in Gelenau auch der Ringer-Burger.

 

Vierteljahrhundert im Einsatz: Christian Klotz, langjähriger Verbandsarzt im deutschen und im sächsischen Ringer-Verband, wurde für seinen Einsatz geehrt. Der Gelenauer, der seit ewigen Zeiten als Mannschaftarzt für den RSK da ist, wurde für seine Verbandsarbeit gewürdigt. Seit einem Vierteljahrhundert steht er in solchen Funktionen an der Matte.

 

Verbandstagung „nebenbei“: Anlässlich der German Masters gab es in Gelenau auch noch den Sächsischen Verbandstag der Ringer. Im „Haus der Jugend und Kultur“ wurde dabei Wolfgang Quente verabschiedet, der fast 30 Jahre lang als Leistungssportreferent aktiv war. Als Auszeichnung erhielt er dafür die Ehrenplakette des Landessportbundes Sachsen.

 

Ausstellung zur Geschichte: Bis kurz vor Weihnachten wird das Strumpf- zum Ringermuseum. Denn anlässlich 120 Jahre Ringen in Gelenau ist eine Ausstellung zur Geschichte des Zweikampfsports eröffnet worden.

 

Mit der Kamera dabei: Wegen der beeindruckenden Geschichte „120 Jahre Ringen in Gelenau“ war auch das Fernsehen in Gelenau dabei. Neben einer Dokumentation, die später ausgestrahlt wird, sendete das MDR auch Sequenzen von den aktuellen German Masters. In den Pausen liefen zudem Beiträge, die zu DDR-Zeiten über den Ringkampfsport in Gelenau gedreht wurden. Der RSK Gelenau hat die Streifen als Lizenzen erworben.

 

Dickes Lob Sachsens Ringer-Präsident Dr. Joachim Kühn: „Das über 50-köpfige Helferteam um RSK-Vereinschef Jens Fischer und Organisationsleiter Sven Spielmann durfte am Schluss der Veranstaltung zu Recht jubeln: Der Gelenauer Traditionsverein hat im 120. Jahr seines Bestehens eine Deutsche Meisterschaft für die Ringer-Oldies ausgerichtet, die keine Wünsche offen ließ und eine Werbung für unseren Ringkampfsport war. Danke nach Gelenau!

 

 

Dickes Lob von DRB-Präsidiumsmitglied Klaus Riesterer: Fast alle Aktiven waren perfekt vorbereitet, sportlich bot das Turnier ein hohes Niveau. Wir als DRB sehen solche Veranstaltungen als wichtig an, vor allem für die Vereine. Nach dem tollen Erfolg von 2015 war es fast schon eine Pflicht, die German Masters wieder an Gelenau zu vergeben. Alles war perfekt organisiert.

 

>> Alle Ergebnisse unter: https://www.ringen-nrw.de/index.php?option=com_rdb&Itemid=162&sid=2018&tk=tnm&op=th&tnmid=537&xoview=q

 

 

 

Plakat GM 2018

 

 

 

 

Fotogalerie "Einblicke ins Training der RSK-Kids"

 

Fotos von Anna Löffler, www.yourlife-photo.de